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Dominanz und Unterwerfung in der Sexualität —

Dominanz und Unterwerfung in der Sexualität
Sex ist für viele Menschen ein sehr interessantes Themengebiet. Vor allem jüngere Generationen finden viel schneller gefallen an ihrer Sexualität. Sie experimentieren freizügiger und leben ihre Phantasien und Neigungen offener aus als vorangegangene Generationen. Somit ist es nicht überraschend, dass in allen Schichten der Gesellschaft, sowie bei allen sexuellen Orientierungen, die Vorliebe für die freiwillige Form der Bestrafung wächst. Ausdrücke wie z. B. BDSM, Domina, Natursekt und Bondagen sind daher heutzutage recht geläufig.

Das Spiel mit der Macht

Die BDSM-Szene ( engl.: Bondagen & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism) besteht nachweislich schon seit je her. Das meist als pervers beschriebene BDSM ist eine sexuelle Subkultur, die ihren Reiz in der Ausübung von Macht, Schmerz und Erniedrigung hat. Die Beteiligten empfinden bei den unterschiedlichsten Szenarien höchste Erregung. Angefangen bei verbaler Erniedrigung, über das Gefühl durch Fesselung dem Partner hilflos ausgeliefert zu sein, bis hin zum Zufügen von Schmerzen und Rollenspiele mit „Natursekt“ scheint es in diesem Metier kaum Tabus zu geben. Die Möglichkeit Macht auf den Sexualpartner auszuüben oder sich ihm völlig zu unterwerfen, stellt für die Teilnehmenden einen extremen Lustgewinn dar. Jedoch ist nicht zu vergessen, dass dieses ausdrücklich freiwillig und zur eigenen Steigerung der Lust geschieht und niemals unter Zwang erfolgt.

Aber was sind heutzutage die Beweggründe, die die Anhänger der Fesselspiele dazu veranlasst, sich dem Spiel mit der Dominanz und Unterwerfung zu widmen?

Es gibt viele Vermutungen, warum Bondage immer mehr Zulauf findet. Die alltägliche Rolle, die eine Frau oder ein Mann in der Gesellschaft, Familie und im Beruf einnimmt, zu verlassen und das Gegenteil zu besetzen, ist die am häufigsten genannte Variante.

Auch bestand für lange Zeit die These, dass praktizierende Anhänger der Fesselspiele durch Misshandlungserfahrungen in der Kindheit diese sexuellen Neigungen entwickelt hätten. Die Annahme, dass alle Bondage-Freunde diese schlimme Erfahrung geteilt haben müssen, wurde jedoch schon vor Jahrzehnten widerlegt. Ebenso die Annahme, dass die sogenannten Sadomasochisten grundsätzlich zur Gewalt neigen und Männer grundsätzlich den dominanten Part in solchen Szenarien übernehmen.

Das Klischee, es würden hauptsächlich erfolgreiche Geschäftsmänner Dienste von Dominas in Anspruch nehmen, um ihre alltägliche Machtposition abgeben und die Rolle des Untergebenen einnehmen zu können, ist auch veraltet.

Aufgrund fehlender wissenschaftlicher Studien kann keine der genannten Theorien bestätigt oder widerlegt werden. Daher gibt es viele verschiedene Möglichkeiten und Gründe, warum das Phänomen „Bondage“ immer größere Aufmerksamkeit erfährt. Die überwiegende Mehrheit der Autoren geht sogar von 5 – 25 % praktizierender Anhänger der sexuellen Bestrafung aus und einem noch höheren Anteil mit entsprechenden Phantasien.

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Categorised as: Allgemein

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